"Zu Hause im Heim"
Gedanken zum
Hausgemeinschaftskonzept von einer Bewohnerin
Mein Zuhause - es ist mir vertraut, hier
fühl ich mich wohl.
Mein Mobiliar ist zwar schon viele Jahre alt und hat an einigen Stellen Beschädigungen.
Aber es ist mit so vielen Erinnerungen verbunden, an die Zeit als mein Mann
noch lebte und die Kinder noch zu Hause wohnten. Heute kommen mich die Kinder
besuchen. Ich bin froh, dass sie mehrmals die Woche, sogar meine Enkel,
vorbeischauen. Meine Nachbarn sehe ich jeden Tag, oft treffen wir uns bei den
Mahlzeiten. An manchen Tagen helfe ich bei den hauswirtschaftlichen
Vorbereitungen, putze Gemüse oder decke den Tisch. An anderen Tagen, wenn es
mir mal nicht so gut geht, sitze ich nur bei den anderen in den Wohnküchen und
sehe ihnen zu. Morgen früh gehe ich zum Seniorensport oder vielleicht doch
lieber zur Gesangsgruppe. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist, dass
gemeinsame Kuchenbacken, manchmal auch mit meinen eigenen Rezepten. Gemeinsame
Ausflüge mit einigen meiner Nachbarn, bei denen wir nahegelegene
Sehenswürdigkeiten besuchen, ermöglichen mir immer wieder Berührung mit meiner
alten Heimat und schaffen Abwechslung im Alltag. Der Höhepunkt des Jahres ist
der gemeinsame Urlaub mit einigen meiner Nachbarn, Mitarbeitern und
Angehörigen. Auch meine Schwiegertochter hat mich schon begleitet.
Seit drei Jahren bin ich nun schon im
Wohnpark zu Hause. Es ist schön zu wissen, dass immer jemand für mich da ist.
Die Mitarbeiter der verschiedenen Bereiche, die Präsenzkraft, die anderen
Bewohner – um sich gemeinsam auszutauschen, zum Reden, zum gemeinsamen Essen.
Und wenn ich möchte, finde ich Ruhe in meiner ganz privaten Wohnung, in der ich
ungestört sein kann. Dadurch fühle ich mich sicher und geborgen, denn hier ist
mir alles vertraut.